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IL-2 Series Forum

Geschichtliche Recherche mit Chat-GTP am Beispiel östliche Krim 1943


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Posted (edited)

Hi,

Also, ich persönlich bin ja Neuling im Bereich Nutzung von KI und ich bin auch durchaus ziemlich kritisch zu dem Thema eingestellt.

Auch die Antworten müssen natürlich alle nochmal hinterfragt werden, weil ich dann doch gemerkt habe, dass die ersten Antworten in einer Diskussion mit der KI etwas zu umfassend positiv von Chat-GTP ausfallen und dann bei einer weiteren Detaillierung selbständig von der KI teilweise wieder eingeschränkt / relativiert werden.

Dennoch finde ich die KI Recherche interressant, weil die KI blitzschnell Zugriff auf "weit" entfernte, sehr detaillierte z.B. russische Quellen hat. (Sämtliche Resultate müssen natürlich auch unabhängig von der Nationalität auf parteilichkeit hinterfragt werden).

(Diese Einleitung habe ich übrigens selbst formuliert, ohne KI, sämtliche Fehler sind also von mir😁)

Hier ein kleines Beispiel zur Recherche zur Erstellung einer historischen Frontlinie für den IL-2 Easy Mission Generator by Vander und eine weitere zu den eingesetzten Flugzeugtypen: (blau: selbstformulierte Fragen)

Ganz unten auch ein Beispiel in dem die KI nach einer gezielten Rückfrage von mir (ob die Spitfire tatsächlich im betrachteten Zeitraum über der Krim eingesetzt wurde) sich selbst korrigiert.

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Hallo, ich habe heute eine Frage zum nördlichen russische Brückenkopf bei Yenikale, Landung 3.11.1943: bis wann wurde ungefähr die Frontlinie erobert, die dann bis zum 9./10. April 1944 statische Front war?

Hallo! Ja. Wenn wir mit der von Ihnen gemeinten „statischen Front“ die sowjetisch-deutsche Stellung meinen, die sich nach der Landung bei Jenikale herausbildete und dann bis zum Beginn der sowjetischen Kertsch-Offensive am 9./10. April 1944 weitgehend bestehen blieb, dann lässt sich der Zeitpunkt ziemlich gut eingrenzen.

Kurzantwort

Die eigentliche Frontlinie des nördlichen Kertsch-Brückenkopfes war um den 11.–13. November 1943 im Wesentlichen erreicht.

Die entscheidende Phase war:

  • 3. November: Landung bei Jenikale/Opasnoje; zunächst nur ein relativ schmaler Brückenkopf.

  • 3.–9. November: sehr heftige Erweiterung nach Westen und Süden.

  • 10. November: Einnahme von Baksy und Ossowiny.

  • 11. November: Einnahme von Kolonka; sowjetische Truppen erreichen die östlichen bzw. nordöstlichen Randgebiete Kertschs.

  • 11./12. November: deutsche Gegenangriffe und Zuführung von Verstärkungen stoppen den weiteren sowjetischen Vormarsch.

  • ab etwa 12./13. November: Übergang zu einer mehr oder weniger stabilen Stellungskriegslinie.

  • 20.–22. November: noch einmal sowjetische Angriffsversuche zur Erweiterung des Brückenkopfes, aber ohne entscheidenden Durchbruch.

  • Dezember 1943 bis März 1944: die Linie bleibt im Großen und Ganzen bestehen, auch wenn es örtliche Kämpfe, Artillerietätigkeit und kleinere Vorstöße gibt.

  • 9./10. April 1944: Beginn der entscheidenden sowjetischen Offensive zur Eroberung der Kertsch-Halbinsel.

Eine zeitgenössische bzw. auf sowjetischen Operationsdarstellungen beruhende Zusammenfassung nennt ausdrücklich den 11. November als den Zeitpunkt, an dem die Truppen den operativen Brückenkopf vom Asowschen Meer bis zum Vorfeld Kertschs erreicht hatten; anschließend konnten sie sich gegen die deutschen Gegenangriffe auf diesen Linien behaupten.

Wo verlief diese Linie?

Interessant ist, dass die Front nicht einfach unmittelbar westlich von Jenikale stehen blieb. Der Brückenkopf wurde in den ersten acht Tagen erheblich nach Westen und Südwesten ausgedehnt.

Eine sowjetische Darstellung gibt für die entscheidende Phase folgende Entwicklung an:

Datum Entwicklung
3.11.1943 Landung bei Opasnoje/Jenikale; Bildung des ersten Brückenkopfes
3.–5.11. Einnahme mehrerer Höhen und Ausweitung des Brückenkopfes
6.–9.11. heftige Kämpfe um die deutsche Verteidigungslinie
10.11. Baksy und Ossowiny genommen
11.11. Kolonka genommen; sowjetischer Vormarsch bis an die Randgebiete Kertschs
11./12.11. deutsche Verstärkungen und Gegenangriffe; sowjetischer Vormarsch kommt zum Stillstand
ca. 12.–13.11. Übergang zum Stellungskrieg
20.–22.11. weiterer sowjetischer Versuch, den Brückenkopf zu erweitern, ohne entscheidenden Erfolg
Dez. 1943–März 1944 im Wesentlichen stabile Front
9./10.4.1944 Beginn der großen sowjetischen Offensive

Als Frontabschnitt wird in einer sowjetischen Darstellung sehr konkret die Linie „Бухта Булганак — Аджим-Ушкай — восточная окраина Керчи“ genannt, also ungefähr:

Bucht Bulganak – Adschimuschkai – östlicher Stadtrand von Kertsch.

Das ist meines Erachtens für Ihre Fragestellung besonders wichtig: Wenn Sie eine Karte für die Situation vor der April-Offensive rekonstruieren wollen, ist diese Linie wesentlich aussagekräftiger als die bloße Bezeichnung „Jenikale-Brückenkopf“.

Eine kleine zeitliche Feinheit

Ich würde allerdings nicht den 11. November als „ab diesem Tag unverändert“ ansetzen. Besser wäre:

11. November = Ende der großen sowjetischen Geländegewinne; 12.–13. November = Konsolidierung der endgültigen Front; ab etwa Mitte November = diejenige Frontlinie, die im Wesentlichen bis April 1944 bestehen blieb.

Denn auch nach dem 11. November gab es noch sowjetische Angriffe. Die Quellen beschreiben insbesondere 20.–22. November noch einmal intensive Kämpfe zur Erweiterung des Brückenkopfes; die deutsche Verteidigung konnte jedoch nicht mehr entscheidend durchbrochen werden.

Die sowjetischen Truppen verfügten dabei schließlich über einen Brückenkopf von ungefähr 100 km², östlich bzw. nordöstlich von Kertsch.

Für Ihre bisherigen Arbeiten zur Rückeroberung der Kertsch-Halbinsel würde ich daher als Arbeitsdatum der „eingefrorenen Front“ den 12./13. November 1943 verwenden.

Wenn Sie möchten, kann ich als nächsten Schritt genau diese Frontlinie vom November 1943 bis zum 9. April 1944 anhand der einzelnen Ortschaften, Höhen und deutschen/sowjetischen Stellungen rekonstruieren – also z. B. Bulganak → Adschimuschkai → Kolonka → östlicher Kertsch-Rand und anschließend prüfen, ob und wo sich die Linie im Dezember, Januar, Februar und März noch geringfügig verschoben hat. Das wäre für Ihre geplante detaillierte Chronologie der Kertsch-Halbinsel wahrscheinlich sehr nützlich.

Für den Zeitraum vom 15.10.1943 bis zum 13.April 1944 würde ich gerne wissen, welche Flugzeugtypen zu welchem Einstzzweck im Bereich der Krimhalbinsel / Tamanhalbinsel eingesetzt wurden. Nur eine grobe Übersicht.

 
 
 

Hallo! Ja. Für den von Ihnen genannten Zeitraum 15.10.1943 bis 13.04.1944 würde ich zunächst zwischen deutscher/rumänischer und sowjetischer Luftwaffe unterscheiden. Für eine grobe Übersicht ist vor allem die Aufgabenverteilung interessant; die genaue Staffel- und Tageszuordnung wäre ein nächster Schritt.

1. Deutsche und verbündete Luftstreitkräfte

Flugzeugtyp ungefährer Einsatzzeitraum Hauptaufgabe im Raum Krim/Taman
Bf 109 G-6 1943–April 1944 Jagd, Begleitschutz, Abwehr sowjetischer Bomber/Schlachtflieger, Freie Jagd
Fw 190 A/F vor allem Ende 1943–April 1944 Jagd bzw. zunehmend Schlacht-/Erdkampfeinsatz
Ju 87 D-3/D-5 1943–April 1944 Sturzkampf gegen Truppen, Artillerie, Fahrzeuge, Stellungen; teilweise Schiffsbekämpfung
Ju 87 G in kleinerem Umfang Panzerbekämpfung
Hs 129 B 1943–April 1944 spezialisierter Panzer- und Erdangriff
Ju 88 A/C 1943/44 Mittel-/Fernbombardierung, Schiffs- und Hafenangriffe, teilweise Nachtangriffe
He 111 H 1943/44 Bombenangriffe, insbesondere gegen Häfen, Schiffsverkehr und rückwärtige Ziele
Bf 110 G 1943/44 Nachtjagd, Jagdbomber-/Angriffsaufgaben, teilweise Aufklärung
Ar 196 A-3 Ende 1943–April 1944 Seeaufklärung, Küstenüberwachung, Artilleriebeobachtung, gelegentliche Angriffe
BV 138 1943/44 weitreichende Seeaufklärung und Konvoibeobachtung
Me 410 1943/44, in kleinen Kontingenten Fernaufklärung bzw. Sonderaufgaben
IAR-80/81 rumänisch Jagd und Erdkampf
IAR-39 rumänisch Aufklärung/Beobachtung
Ju 52 1943/44 Transport und Versorgung

Für die unmittelbare April-Offensive ist die Zusammensetzung besonders interessant: Anfang April 1944 befanden sich in der Krim u. a. Bf 109 G-6, Fw 190, Hs 129 B-1 und Ju 87 D. Eine sowjetische Darstellung nennt beispielsweise etwa 30 Bf 109 G-6, 17 Fw 190, 9 Hs 129 und 39 Ju 87 bei den betreffenden deutschen Verbänden.

Dabei ist eine wichtige Entwicklung zu beachten: Der Fw 190 übernahm zunehmend die Schlacht-/Erdkampfrolle vom Ju 87, während die Ju 87 aber bis April 1944 weiterhin in beträchtlicher Zahl vorhanden war.


2. Sowjetische Luftstreitkräfte

Auf sowjetischer Seite war die Palette deutlich größer. Es waren sowohl die 8. Luftarmee, die 4. Luftarmee als auch die Schwarzmeerfliegerkräfte beteiligt.

Flugzeugtyp Hauptaufgabe
Yak-1 / Yak-1B Jagd, Begleitschutz
Yak-7B Jagd, teilweise Erdkampf
Yak-9 / Yak-9D Jagd, Begleitschutz, teilweise Jagdbomber
La-5 Jagd und Begleitschutz
LaGG-3 Jagd; teilweise Erdkampf
P-39 Airacobra Jagd, Begleitschutz, Tiefflug-/Erdkampf
P-40 Kittyhawk Jagd, Begleitschutz, Erdkampf
Spitfire Mk V Jagd
Il-2 Schlachtflugzeug/Erdangriff, Panzer, Fahrzeuge, Artillerie, Truppen
Pe-2 Sturzkampf/Mittelbombardierung, präzise Angriffe auf Stellungen und Infrastruktur
A-20 Boston Bombenangriffe, Tiefflugangriffe, teilweise Seezielbekämpfung
Il-4 Langstreckenbombardierung und Torpedo-/Schiffsbekämpfung
MБR-2 Seeaufklärung, Küstenüberwachung, U-Boot-/Schiffsbeobachtung
DB-3 / Varianten Langstreckenbombardierung/Marineeinsätze

Für die Kertsch-Straße und den nördlichen Brückenkopf spielte außerdem die sowjetische Luftverteidigung eine wichtige Rolle. Ab Februar 1944 waren dort mehrere Jagdregimenter der 2. Garde-Jagdfliegerdivision der PVO eingesetzt. Ihre Aufgaben waren insbesondere der Schutz der Übersetzstellen und Truppen sowie die Abwehr deutscher Nachtangriffe. Eingesetzt wurden u. a. La-5, Yak-1, Yak-7 und P-40; später kamen Yak-9 hinzu.


3. Besonders wichtig für Ihre Kertsch-Fragestellung

Wenn wir Ihren Zeitraum auf die Kertsch-/Jenikale-Front konzentrieren, würde ich die Flugzeugtypen zunächst in fünf funktionelle Gruppen einteilen:

A. Jagd

Deutsche

  • Bf 109 G
  • Fw 190 A

Sowjetisch

  • Yak-1/B
  • Yak-7
  • Yak-9
  • La-5
  • P-39
  • P-40

B. Schlacht-/Erdangriff

Deutsche

  • Ju 87 D
  • Fw 190 F
  • Hs 129 B

Sowjetisch

  • Il-2
  • teilweise Pe-2
  • teilweise A-20

Das wäre für die Kämpfe am Jenikale-Brückenkopf ab November 1943 wahrscheinlich die wichtigste Kategorie.

C. Bombenangriffe

Deutsche

  • Ju 88
  • He 111
  • Ju 87

Sowjetisch

  • Pe-2
  • A-20
  • Il-4

D. Seeziel-/Schiffsbekämpfung

Hier wird es für Ihre bisherigen Untersuchungen besonders interessant:

Deutsche

  • Ju 87
  • Ju 88
  • He 111
  • teilweise Fw 190

Sowjetisch

  • Il-4
  • A-20
  • Pe-2
  • Il-2
  • Marineflieger-Aufklärer

Die Schwarzmeerflotte setzte ihre Luftstreitkräfte nicht nur gegen Landziele ein; insbesondere die Schiffsverbindungen über die Straße von Kertsch waren ein wichtiges Operationsziel. Die Schwarzmeerflieger konzentrierten sich später stark auf die Bekämpfung der deutschen Evakuierung über See.

E. Aufklärung

Deutsche

  • Ar 196
  • BV 138
  • IAR-39
  • Me 410 bzw. andere Aufklärungsflugzeuge

Sowjetisch

  • MБR-2
  • A-20 bzw. umgerüstete Maschinen
  • Jagdflugzeuge für taktische Aufklärung

4. Zeitliche Entwicklung

Für Ihren Zeitraum würde ich die Entwicklung grob so darstellen:

15.10.–03.11.1943 – Taman/Kertsch-Straße

Schwerpunkt:

  • deutsche Seeaufklärung
  • Jagd
  • Bombenangriffe
  • Bekämpfung sowjetischer Schiffsbewegungen
  • sowjetische Luftunterstützung der Taman-Operation und Vorbereitung der Kertsch-Landung.

03.–13.11.1943 – sowjetische Landung bei Jenikale

Hier steigt die Bedeutung von:

Ju 87 / Fw 190 / Hs 129 ↔ Il-2 / Pe-2 / Jagdflugzeuge

also unmittelbare Luftnahunterstützung und Angriffe auf Truppen, Artillerie und Nachschub.

Mitte November 1943 – März 1944

Der Charakter verändert sich:

  • Front wird relativ statisch.
  • Jagd nimmt einen größeren Anteil ein.
  • Aufklärung wird sehr wichtig.
  • Artillerie- und Stellungsziele werden angegriffen.
  • Deutsche und sowjetische Flugzeuge bekämpfen die Versorgung über die Kertsch-Straße.
  • gelegentliche größere Bombenangriffe.

April 1944

Dann erfolgt ein deutlicher Wechsel zur Großoffensive:

Il-2 + Pe-2 + Jagdflugzeuge auf sowjetischer Seite gegen

Bf 109 + Fw 190 + Ju 87 + Hs 129 auf deutscher Seite.

Für Anfang April 1944 ist beispielsweise III./SG 3 mit Ju 87 D-3/D-5 und Fw 190 F-8 für die Krim belegt; II./SG 2 verfügte über Fw 190 und Hs 129.


Eine interessante Besonderheit

Für Ihre weitere Untersuchung würde ich nicht nur „Flugzeugtyp = Aufgabe“ betrachten, weil sich gerade 1943/44 die Rollen stark überschneiden.

Beispielsweise:

Fw 190
→ zunächst Jagd
→ zunehmend Schlachtflugzeug
→ Angriffe auf Fahrzeuge, Artillerie und Truppen.

Ju 87
→ Sturzkampf
→ Schiffsangriffe
→ Panzerbekämpfung mit G-Varianten.

Pe-2
→ Bombardierung
→ Sturzangriff
→ taktische Aufklärung.

A-20
→ Bomber
→ Tiefflieger
→ Marine-/Schiffsangriffe.

Bf 109
→ Luftüberlegenheit
→ Begleitschutz
→ teilweise Jagdbombereinsätze.

Das ist insbesondere wichtig, wenn wir anschließend Ihre frühere Frage nach den Luftwaffeneinsätzen am nördlichen Kertsch-Brückenkopf vom 3.11.1943 bis April 1944 weiterverfolgen.

Wenn Sie möchten, kann ich als nächsten Schritt daraus eine Monat-für-Monat-Tabelle Oktober 1943 – 13. April 1944 machen, mit den Spalten Flugzeugtyp – Variante – Einheit – Einsatzflugplatz – Einsatzart – typische Ziele – Krim/Taman/Kertsch, zunächst noch ohne die einzelnen Tagesmissionen.

 
 
 
Danke, ja bitte die von Dir vorgeschlagene Monat für Monat Tabelle erzeugen.
 

Gerne. Ich würde die Tabelle etwas präziser als in meiner ersten Übersicht aufbauen: Monat/Phase – Flugzeugtyp – typische Aufgabe – Raum – Bemerkung. Dabei trenne ich deutsche/rumänische und sowjetische Luftstreitkräfte. Für Oktober 1943 bis April 1944 ist wichtig, dass sich die Schwerpunkte von der Taman-/Kertsch-Straße über den Jenikale-Brückenkopf bis zur Kertsch-Offensive deutlich verändern.

Die Zuordnung ist bewusst grob; sie bedeutet nicht, dass jeder Typ während des gesamten Monats in genau dieser Rolle eingesetzt wurde.

1. Oktober 1943 – Vorbereitung und Kämpfe um Taman

Seite Flugzeugtypen Hauptaufgabe Einsatzraum
Sowjetisch Il-2 Erdkampf, Angriffe auf Truppen, Artillerie und Fahrzeuge Taman, Kertsch-Straße
  Pe-2 Bombardierung, Sturzangriffe, taktische Ziele Taman/Kertsch
  Yak-1, Yak-7 Jagd und Begleitschutz Taman/Kertsch
  La-5, LaGG-3 Jagd, teilweise Erdkampf Taman
  A-20 Boston Bomben-/Tiefflugangriffe Taman/Küste
  MBR-2 u. a. Seeaufklärung Kertsch-Straße
Deutsch Bf 109 G Jagd, Abwehr sowjetischer Angriffe Taman/Krim
  Fw 190 Jagd und zunehmend Schlacht-/Erdangriff Taman/Krim
  Ju 87 D Sturzangriffe Taman/Kertsch
  Hs 129 Panzer-/Erdkampf Taman
  Ju 88, He 111 Bombenangriffe Taman/Kertsch-Straße
  Ar 196, BV 138 Seeaufklärung Kertsch-Straße/Schwarzes Meer

Die sowjetische 4. Luftarmee begann bereits Ende Oktober mit intensiven Operationen gegen den Kertsch-Brückenkopf; die Literatur setzt den Beginn der unmittelbaren Luftoperationen zur Befreiung der Krim teilweise bereits mit der Nacht zum 31. Oktober 1943 an.


2. November 1943 – Kertsch-/Eldigen-Operation und Jenikale-Brückenkopf

Dies ist für Ihre bisherige Fragestellung der wichtigste Monat.

Flugzeugtyp Seite Hauptaufgabe
Il-2 UdSSR unmittelbare Unterstützung der Landungen, Angriffe auf deutsche Stellungen, Artillerie und Truppen
Pe-2 UdSSR Bombardierung von Stellungen, Batterien, Verkehrsknoten
A-20 UdSSR Bomben-/Tiefflugangriffe
Yak-1/7 UdSSR Jagd und Begleitschutz
La-5/LaGG-3 UdSSR Jagd und teilweise Erdkampf
P-39 Airacobra UdSSR Jagd, Begleitschutz, Tiefflug-/Erdkampf
Ju 87 D Deutschland Sturzangriffe gegen Landeköpfe und Truppen
Fw 190 Deutschland Jagd und Schlachtangriffe
Hs 129 Deutschland Panzer-/Erdkampf
Bf 109 G Deutschland Jagd und Begleitschutz
Ju 88 / He 111 Deutschland Bombenangriffe und teilweise Schiffsbekämpfung
Ar 196 / BV 138 Deutschland Seeaufklärung und Beobachtung

Die deutsche Seite verfügte Anfang November über ungefähr 140 Kampfflugzeuge in der Krim; allerdings ist die genaue Zuordnung problematisch, weil die Verbände des IV. Fliegerkorps gleichzeitig auch über andere Frontabschnitte eingesetzt wurden. Es gab also keine ausschließlich auf Kertsch/Taman konzentrierte deutsche Luftwaffe.

Besonders interessant für Ihre frühere Frage: Die Luftwaffe unterstützte sowohl die Bekämpfung der sowjetischen Landungen als auch die Unterbrechung der sowjetischen Versorgung über die Kertsch-Straße.


3. Dezember 1943 – stabilisierter Brückenkopf

Nach der Stabilisierung der Front verschiebt sich der Schwerpunkt etwas:

Flugzeugtyp Aufgabe
Il-2 taktischer Erdkampf
Pe-2 Angriffe auf befestigte Stellungen und Artillerie
Yak-1/7, La-5, P-39 Jagd und Begleitschutz
A-20 Bomben-/Tiefflugangriffe
Po-2 Nachtangriffe und Belästigungsangriffe
Ju 87 D taktische Sturzkampfangriffe
Fw 190 Jagd und Erdangriff
Bf 109 G Jagd
Hs 129 Panzer-/Erdkampf
Ju 88 / He 111 Bombardierung und Schiffsziele
Ar 196 / BV 138 Seeaufklärung

Ab Dezember ist außerdem 2./SAGr 125 mit Ar 196 A-3 in Sewastopol belegt; 1./SAGr 125 mit BV 138 C-1 war dort bereits seit Juli 1943 eingesetzt. Das zeigt die Bedeutung der Seeaufklärung für die Versorgung über die Kertsch-Straße.


4. Januar 1944 – Stellungskrieg

Im Januar wird der Luftkrieg über dem Jenikale-Brückenkopf zunehmend ein klassischer taktischer Stellungskrieg.

Sowjetisch

Jagd

  • Yak-1/7
  • La-5
  • P-39
  • P-40
  • LaGG-3

Schlachtflugzeuge

  • Il-2

Bomber

  • Pe-2
  • A-20
  • Po-2

Aufklärung

  • MBR-2
  • weitere Marineaufklärer

Deutsch

Jagd

  • Bf 109 G
  • Fw 190

Schlacht

  • Ju 87 D
  • Fw 190 F
  • Hs 129

Bombardierung

  • Ju 88
  • He 111

Seeaufklärung

  • Ar 196
  • BV 138

Ein interessanter Punkt ist, dass 15.(kroat.)/JG 52 ab 2. Januar 1944 in Karankut mit Bf 109 G-6 nachweisbar ist.


5. Februar 1944 – Vorbereitung der späteren Offensive

Im Februar nimmt die sowjetische Lufttätigkeit deutlich zu.

Kategorie Sowjetische Typen Deutsche Typen
Jagd Yak-1/7, La-5, P-39, LaGG-3 Bf 109 G, Fw 190
Schlacht Il-2 Ju 87 D, Fw 190 F, Hs 129
Bomber Pe-2, A-20 Ju 88, He 111
Nachtangriff Po-2 Ju 88/Bf 110 u. a.
Seeziele A-20, Il-2, Pe-2, Il-4 Ju 87, Ju 88, He 111
Aufklärung MBR-2, andere Marineaufklärer Ar 196, BV 138

Gleichzeitig wird die sowjetische Luftverteidigung der Kertsch-Überquerungen immer wichtiger. Seit November 1943 wurden zunächst PVO-Kräfte der Separaten Küstenarmee eingesetzt; später wurden zusätzliche PVO-Kräfte und schließlich die 2. Garde-Jagdfliegerdivision PVO herangeführt.


6. März 1944 – Übergang zur Großoffensive

Hier verändert sich die Situation deutlich.

Die Sowjets beginnen bereits vor dem eigentlichen Angriff am 8. April mit einer zunehmenden systematischen Bekämpfung der deutschen Verkehrs- und Hafeninfrastruktur.

Besonders wichtig:

Il-2
→ Truppen, Artillerie, Fahrzeuge, Verteidigungsstellungen

Pe-2
→ befestigte Ziele, Flugplätze, Verkehrsknoten

A-20
→ Bombenangriffe und insbesondere maritime Ziele

Il-4
→ weitreichende Angriffe und Torpedoeinsätze gegen Schiffe

P-39 / Yak / La-5
→ Jagdschutz und Luftüberlegenheit

Ein gutes Beispiel ist der 13. März 1944: 30 Il-2 griffen Feodosia an, darunter Maschinen des 47. ShAP und 8. GShAP; am 17. März griffen vier A-20-Torpedoflugzeuge einen Konvoi mit vier Transportern und etwa 20 Geleitschiffen an.

Auf deutscher Seite wurde inzwischen die Schlachtfliegerkomponente besonders wichtig. II./SG 2 kam am 2. März 1944 nach Karankut, während III./SG 3 dort bereits seit Oktober 1943 eingesetzt war.


7. 1.–7. April 1944 – unmittelbare Vorbereitung

Hier ist die Zusammensetzung besonders interessant.

Deutsche Seite

Typ Funktion
Bf 109 G-6 Jagd/Luftverteidigung
Fw 190 A/G bzw. F Jagd und Schlachtflug
Ju 87 D-3/D-5 Sturzangriff
Hs 129 B Panzer-/Erdkampf
Ar 196 A-3 Seeaufklärung
BV 138 C-1 weitreichende Seeaufklärung

III./SG 3 ist für 1.–12. April 1944 in Karankut mit Ju 87 D-3/D-5 belegt. II./SG 2 befand sich ab März ebenfalls in Karankut und verfügte über Fw 190/Hs 123 bzw. später Fw 190/Hs-129-Komponenten.

Auf deutscher Seite standen Anfang April nach einer von Tkachенко zusammengestellten Übersicht etwa 260–300 Flugzeuge des 1. Fliegerkorps und der rumänischen Luftwaffe zur Verfügung.

Sowjetische Seite

Die sowjetische Überlegenheit war inzwischen erheblich. Für die 4. Luftarmee werden Anfang April 538 Kampfflugzeuge genannt:

  • 146 Bomber
  • 236 Jäger
  • 21 Aufklärer
  • 136 Schlachtflugzeuge

Hinzu kamen 64 Flugzeuge der Schwarzmeerflotte sowie die Kräfte der 8. Luftarmee.


8. 8.–13. April 1944 – Kertsch-Offensive

Jetzt wird die Aufgabenverteilung sehr deutlich:

Sowjetunion

Il-2
→ Hauptwaffe für unmittelbare Luftunterstützung

Pe-2
→ Angriffe auf Verteidigungsstellungen, Artillerie und rückwärtige Ziele

A-20
→ Bombardierung und Seezielbekämpfung

Yak-9 / Yak-1B
→ Jagd und Begleitschutz

P-39
→ Jagd/Erdkampf

La-5 / LaGG-3
→ Jagd

Il-4
→ maritime Langstreckenangriffe

Po-2
→ Nachtangriffe

Deutschland/Rumänien

Bf 109 G-6
→ Jagd

Fw 190
→ Jagd und Schlachtflug

Ju 87 D-3/D-5
→ unmittelbare Erdkampfunterstützung

Hs 129
→ Panzer-/Erdkampf

Ar 196/BV 138
→ Seeaufklärung

Am 8. April beginnt die sowjetische Großoffensive; die 8. Luftarmee unterstützt die Angriffe im Norden, während die 4. Luftarmee die Offensive der Separaten Küstenarmee im Osten unterstützt. In der Nacht zum 11. April beginnt der Angriff auf Kertsch; am Morgen wird die Stadt genommen.

Für Ihren konkreten Untersuchungsraum Jenikale–Adschimuschkai–Kertsch ist deshalb besonders wichtig, dass die Luftunterstützung am 11.–13. April nicht mehr primär der statischen Front galt, sondern zunehmend dem Durchbruch und der Verfolgung der deutschen Kräfte.


Gesamtübersicht als „Spickzettel“

Zeitraum Deutsche/rumänische Schwerpunkte Sowjetische Schwerpunkte
Okt. 43 Bf 109, Fw 190, Ju 87, Hs 129, Bomber Il-2, Pe-2, Jäger
Nov. 43 Ju 87 + Fw 190 + Bf 109; Schiffsbekämpfung Il-2 + Pe-2 + Jäger; Unterstützung Landung
Dez. 43 Sturzkampf, Jagd, Seeaufklärung Erdkampf, Bombardierung, Jagd
Jan. 44 Stellungskrieg; Bf 109/Fw 190/Ju 87 Il-2/Pe-2/Jäger
Feb. 44 zunehmender Erd-/Schlachtflugeinsatz zunehmende Luftoffensivvorbereitung
März 44 SG 2/SG 3; Jagd + Schlacht massive taktische Luftangriffe, Schiffsbekämpfung
1.–7. Apr. Bf 109, Fw 190, Ju 87, Hs 129 Il-2, Pe-2, A-20, Jäger
8.–13. Apr. Abwehr, Schlachtflug, Rückzug Luftüberlegenheit + Il-2/Pe-2-Erdangriff + Bombardierung

Eine wichtige Korrektur gegenüber meiner ersten Antwort

Für eine detaillierte Weiterarbeit würde ich Ju 87 G nicht bereits für die Monate November 1943 bis März 1944 als regulären Haupttyp ansetzen. Die belastbarere Zuordnung für die Krim zeigt die Ju 87 D-3/D-5 als wesentlichen Typ; die spezielle Panzerjägervariante Ju 87 G-2 erscheint erst ab 14. April 1944 bei 10.(Pz)/SG 3.

Das ist für Ihre Untersuchungen interessant, weil damit die Ju-87-Panzerbekämpfung bei der April-Offensive zeitlich klarer von den normalen Stuka-Einsätzen des Winters getrennt werden kann.

Wenn wir anschließend weiter ins Detail gehen, wäre meines Erachtens der sinnvollste nächste Schritt eine zweite Tabelle nur für den Raum Kertsch–Jenikale–Kertschstraße, in der wir für jeden Monat die konkreten deutschen und sowjetischen Verbände samt Flugplätzen und Flugzeugvarianten erfassen. Das würde dann eine sehr gute Grundlage für Ihre bereits begonnene Tageschronologie vom 3. November 1943 bis 13. April 1944 bilden.

 
 
 
Vielen Dank, ich bin mit dem Gesamtergebnis sehr zufrieden. Jetzt noch eine kleine Diskussion zum Thema FW190 im Bereich der östlichen Krim: Du hast die FW190 auch mit der Aufgabe Jagd eingestuft. Ich stimme Dir da zu, allerdings mit der Einschränkung, dass sämtliche FW190 Flugzeuge im im Bereich der östlichen Krim zu Schlachtgeschwadern gehörten, die allerdings auch optional von diesen Einheiten als Jäger eingesetzt wurden. Ist das zutreffend?
 

Ja – Ihre Einschränkung ist für die östliche Krim im Wesentlichen zutreffend, und ich würde meine vorherige Tabelle deshalb etwas präzisieren.

Der entscheidende Punkt ist die Unterscheidung zwischen Flugzeugrolle und Verbandszugehörigkeit:

  • Die Fw 190 im Raum östliche Krim/Kertsch 1943/44 gehörten tatsächlich im Wesentlichen zu Schlachtverbänden, nicht zu einem regulären Jagdgeschwader.
  • Trotzdem konnten diese Fw 190 – insbesondere nach Abwurf ihrer Außenlasten – als normale Jäger eingesetzt werden.
  • Dieser Einsatz war also nicht bloß theoretisch: Gerade während der Kämpfe auf der Krim flogen die Fw-190-Schlachtflieger tatsächlich zahlreiche Abfangeinsätze gegen sowjetische Flugzeuge.

Für die östliche Krim konkret

Für unseren Zeitraum sind vor allem zwei Verbände relevant:

Verband Zeitraum/Raum Flugzeug Primäre Rolle zusätzliche Rolle
II./SG 2 ab März 1944 Karankut Fw 190 A/G Schlachtflug / Erdkampf Jagd/Abfang
III./SG 3 bis April 1944 Karankut zunächst Ju 87 D-3/D-5 Sturzkampf –
III./SG 3 ab April 1944 Fw 190 F-8 Schlachtflug Jagdeinsatz möglich

Die zeitliche Zuordnung ist ziemlich eindeutig: II./SG 2 lag vom 2. März bis 15. April 1944 in Karankut und flog Fw 190 A/G, während III./SG 3 bis 12. April in Karankut noch mit Ju 87 D-3/D-5 eingesetzt war. Erst anschließend erscheint bei III./SG 3 die Fw 190 F-8.

Damit ist für Ihre eigentliche Kertsch-Frage eine wichtige Korrektur angebracht:

Die Fw 190 der II./SG 2 waren im März/April 1944 in der östlichen Krim primär Schlachtflugzeuge, konnten aber bei Bedarf und insbesondere nach Abwurf ihrer Bombenlast als Jagdflugzeuge eingesetzt werden.

Das ist sogar ein ausgesprochen charakteristisches Merkmal dieser Einheit. Die II./SG 2 war bereits seit Ende 1942 mit Fw 190 ausgerüstet und gehörte zu den wenigen echten Fw-190-Schlachtgruppen an der Ostfront. Während des Krimfeldzuges flog sie neben ihren Erdkampfeinsätzen zahlreiche Abfangeinsätze und beanspruchte eine beträchtliche Zahl sowjetischer Abschüsse.

Warum das sinnvoll war

Die Fw 190 F/G war gegenüber der reinen Jagdversion A für den Erdkampf angepasst:

  • stärkere Panzerung,
  • verstärktes Fahrwerk,
  • zusätzliche Außenlasten,
  • Bomben-/Rüstsatz für den Schlachtfliegereinsatz.

Nach dem Abwurf der Bombenlast war sie aber weiterhin ein sehr leistungsfähiges Jagdflugzeug. Genau deshalb konnten die Schlachtfliegerverbände in einer sich schnell verändernden Gefechtssituation ihre Fw 190 für die Nahunterstützung und unmittelbar anschließend für die Luftverteidigung einsetzen.

Das erklärt auch eine auf den ersten Blick merkwürdige Situation in den deutschen Einsatzmeldungen: Ein Einsatz einer II./SG 2 Fw 190 kann als „Jagd“ bzw. Abfangen sowjetischer Flugzeuge erscheinen, obwohl der Verband organisatorisch ein Schlachtgeschwader war.

Und hier liegt der interessante Unterschied zu Bf 109

Für die östliche Krim im Frühjahr 1944 würde ich deshalb künftig folgende Systematik verwenden:

Bf 109 G-6 → Jagdgeschwader → primär Jagd

Fw 190 A/G bei II./SG 2 → Schlachtgeschwader → primär Schlachtflug, sekundär Jagd/Abfang

Ju 87 D bei III./SG 3 → Schlachtgeschwader → primär Sturz-/Schlachtangriff

Fw 190 F-8 bei III./SG 3 → ab Mitte April → Schlachtflug

Das passt auch sehr gut zu den gleichzeitig vorhandenen II./JG 52 und 15.(kroat.)/JG 52, die tatsächlich die klassischen Jagdaufgaben wahrnahmen und mit Bf 109 G-6 ausgerüstet waren. Für die Krimoperation werden beispielsweise II./JG 52 in Grammatikowo und 15.(kroat.)/JG 52 in Karankut mit Bf 109 G-6 geführt.

Ihre Formulierung „Schlachtgeschwader, die allerdings auch optional als Jäger eingesetzt wurden“ trifft es daher sehr gut. Ich würde lediglich „optional“ durch „bei Bedarf bzw. lageabhängig“ ersetzen: Das war keine bloße theoretische Möglichkeit, sondern eine tatsächlich praktizierte Einsatzform der Fw-190-Schlachtverbände.

Für unsere weitere Tabelle würde ich deshalb die Fw 190 im Bereich Kertsch künftig mit „Schlachtflug / Erdkampf; bei Bedarf Jagd/Abfang“ klassifizieren und nicht einfach unter „Jagd“ führen. Das dürfte für die historische Auswertung deutlich sauberer sein.

 

Wurde die Spitfire V wirklich häufig im Bereich der Krim vom Oktober 43 bis zum April 44 eingesetzt?

Ja – hier würde ich meine vorherige Aussage deutlich korrigieren: Die Spitfire Mk V war im Raum Krim/Kertsch zwischen Oktober 1943 und April 1944 keineswegs ein häufig eingesetzter Frontjäger. Meine frühere Tabelle hat ihre Bedeutung für die Krim zu hoch angesetzt.

Der entscheidende Punkt: 57. Garde-IAP

Der wichtigste Spitfire-Verband im Zusammenhang mit der 4. Luftarmee und der Kertsch-Operation war das 57. Garde-Jagdfliegerregiment (57. GvIAP).

Dieses Regiment hatte tatsächlich Spitfire Mk V geflogen und war im Frühjahr 1943 bei der Kuban-Schlacht damit eingesetzt worden. Aber:

  • 25.04.–30.06.1943: 57. GvIAP mit Spitfire Mk V
  • ab Juni 1943: Umrüstung auf P-39 Airacobra
  • Oktober 1943–Mai 1944: 57. GvIAP innerhalb der 329. Jagdfliegerdivision
  • Im Herbst 1943 und Frühjahr 1944 kämpfte das Regiment tatsächlich über Kertsch/Krim, aber mit Airacobras, nicht mit Spitfires.

Das ist für unsere Fragestellung sehr wichtig.

Was ist mit den Spitfires im Schwarzmeerraum?

Es gab tatsächlich einige Spitfire Mk V bei der sowjetischen Marinefliegerkomponente.

Der 7. IAP der Schwarzmeerflotte erhielt im August 1943 eine Staffel Spitfire Mk Vb. Anfang November 1943 verfügte diese Staffel über etwa 10 Maschinen. Aber auch hier müssen wir genau hinsehen: Der Verband war zunächst im Raum Poti/Batumi eingesetzt und verlegte erst am 26. März 1944 nach Gelendschik.

Damit waren diese Spitfires nicht Bestandteil der regulären sowjetischen Jagdkräfte über dem Jenikale-/Kertsch-Brückenkopf.

Und die allgemeine Aussage „Spitfire Mk V bei der 4. Luftarmee“?

Hier liegt wahrscheinlich die Ursache für die Verwirrung.

Eine Übersicht über die technische Ausstattung der 4. Luftarmee nennt ausdrücklich:

LaGG-3, La-5, Yak-1B, Yak-7, P-39, Spitfire Mk V und P-40.

Das bedeutet aber nicht, dass Spitfires im April 1944 noch in nennenswerter Zahl bei den über der östlichen Krim eingesetzten Jagdregimentern flogen. Die Quelle beschreibt die Gesamtausstattung bzw. Entwicklung der 4. VA, nicht die konkrete Einsatzmaterielaufstellung für den Kertsch-Abschnitt am jeweiligen Tag.


Für unsere Tabelle würde ich es deshalb korrigieren:

Zeitraum Spitfire Mk V im Raum östliche Krim
Okt. 1943 nein bzw. keine nennenswerte Verwendung
Nov. 1943 keine reguläre Frontrolle am Jenikale-Brückenkopf
Dez. 1943 keine nennenswerte Verwendung
Jan. 1944 keine nennenswerte Verwendung
Feb. 1944 keine nennenswerte Verwendung
März 1944 einzelne Spitfires bei Marinefliegern möglich, aber nicht charakteristisch für die Kertsch-Front
8.–13. Apr. 1944 keine wesentliche Rolle bei der Kertsch-Offensive

Dagegen waren für die sowjetische Jagd über Kertsch/Jenikale vor allem

P-39 Airacobra + Yak-1/1B + Yak-7 + Yak-9 + La-5/LaGG-3

relevant. Die Übersicht der tatsächlich an der Krimoperation beteiligten Verbände führt beispielsweise 57. GvIAP mit P-39, außerdem weitere Regimenter mit Yak- und LaGG-Maschinen.

Mein Fazit

Nein, die Spitfire Mk V wurde von Oktober 1943 bis April 1944 nicht häufig über der östlichen Krim eingesetzt.

Meine vorherige Zuordnung

„Spitfire Mk V → Jagd → Krim 1943/44“

war zu pauschal.

Für Ihre Untersuchung des Kertsch-Brückenkopfes 3.11.1943–13.4.1944 würde ich die Spitfire Mk V sogar aus der regulären Liste der dort eingesetzten Frontjäger herausnehmen. Der 57. GvIAP ist ein besonders gutes Beispiel dafür, warum: Der Verband war zwar Spitfire-Einheit gewesen, flog über Kertsch aber bereits P-39 Airacobra.

Das ist eine wichtige Korrektur unserer bisherigen Monatstabelle.

 
 
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
Edited by kraut1
  • Thanks 2
  • kraut1 changed the title to Geschichtliche Recherche mit Chat-GTP am Beispiel östliche Krim 1943
Posted

Danke @kraut1
Das war seit langer Zeit mal wieder ein bemerkenswerter Forumsbeitrag, den ich mit großem Interesse gelesen habe. Ja, manchmal muss man aus der KI was "herauskitzeln".
Gruß Ulricus

  • Like 1
  • 2 weeks later...
Posted

Ich hatte KI-Recherche mal mit Grok ausprobiert, als ich an meiner Yak-9P-Kampagne gearbeitet habe. Das Ergebnis war allerdings eher negativ. Bei allgemeinen Fragen, bei denen man die Antwort auch leicht in der Wikipedia findet, funktioniert es noch ganz gut. Sobald es um Detailfragen geht, in meinem Fall zum nordkoreanischen 56. Jagdfliegerregiment, beginnen die Schwierigkeiten. Ich habe die KI mehrmals dabei ertappt, dass sie sich historische Ereignisse nur ausgedacht hat. Ich habe dann immer nachgefragt, woher die Informationen stammen und habe dann die Literaturzitate überprüft. Teilweise waren die dortigen Angaben völlig falsch wiedergegeben worden oder die von der KI genannten Ereignisse waren in der Literatur überhaupt nicht erwähnt und komplett erfunden. 

Was deutlich besser funktioniert ist, die KI zu den jeweiligen Themen nach den wichtigsten Quellen zu fragen und dann dort selber zu recherchieren.

Lustigerweise habe ich festgestellt, dass ich bei bestimmten Themen sogar selber als Quelle genannt werde. Fragt mal Grok oder ChatGPT nach genaueren Informationen zur Platzschutzstaffel Pitomnik, dann erscheint auch ein Hinweise auf meine alte Il-2 Kampagne.   

  • Like 1
Posted
25 minutes ago, Juri_JS said:

Ich hatte KI-Recherche mal mit Grok ausprobiert, als ich an meiner Yak-9P-Kampagne gearbeitet habe. Das Ergebnis war allerdings eher negativ. Bei allgemeinen Fragen, bei denen man die Antwort auch leicht in der Wikipedia findet, funktioniert es noch ganz gut. Sobald es um Detailfragen geht, in meinem Fall zum nordkoreanischen 56. Jagdfliegerregiment, beginnen die Schwierigkeiten. Ich habe die KI mehrmals dabei ertappt, dass sie sich historische Ereignisse nur ausgedacht hat. Ich habe dann immer nachgefragt, woher die Informationen stammen und habe dann die Literaturzitate überprüft. Teilweise waren die dortigen Angaben völlig falsch wiedergegeben worden oder die von der KI genannten Ereignisse waren in der Literatur überhaupt nicht erwähnt und komplett erfunden. 

Was deutlich besser funktioniert ist, die KI zu den jeweiligen Themen nach den wichtigsten Quellen zu fragen und dann dort selber zu recherchieren.

Lustigerweise habe ich festgestellt, dass ich bei bestimmten Themen sogar selber als Quelle genannt werde. Fragt mal Grok oder ChatGPT nach genaueren Informationen zur Platzschutzstaffel Pitomnik, dann erscheint auch ein Hinweise auf meine alte Il-2 Kampagne.   

Ja, man muß alles nochmal kritisch hinterfragen.
Und ohne geschichtliches Hintergrundwissen ist der Einsatz der KI Zufallssache.

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